„Ein krankes Bett ist ein sicheres Mittel, seine Gesundheit zu ruinieren.“ Zitat: Paracelsus

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Geschichte des Rutengehens
Etymologisch ist das mittelhochdeutsche Wort wünschelruote, wünschelgerte erst seit dem 13. Jahrhundert im heimischen Sprachgebrauch nachweisbar. Hier stand zunächst die Ableitung vom Wort Wunsch im Vordergrund. DIes ist im Zusammenhang mit einer tief verwurzelten Vorstellung über Wünscheldinge zu sehen, die immer wieder in unserer Mythologie, unseren Märchen und Überlieferungen auftauchen.

Bereits aus den Quellen vorchristlicher Zeit ist uns klar überliefert, dass es Dinge gibt, für die die Götter zuständig sind, aber auch Dinge, die den Menschen verliehen werden können und von der die Fülle unseres Glückes und Heiles abhängt. Im Sanskrit heisst das Wort Wunsch manoratha, Rad des Sinnes oder Mutes. Hiermit erschließt sich eine neue Bedeutung des „göttlichen Wunsches“, denn der Wunsch „dreht das Rad der Gedanken“. Die in vorchristlicher Zeit auft auchende Wünschelrute, wird dazu benutzt einen verborgenen Hort zu entdecken und zu öffnen. Aus Schweden sind uns hier bereits klare Anweisungen überliefert, wie solche Ruten zu schneiden sind. Beispielsweise aus einem Vogelbeerstrauch, dessen Same den Schnabel eines Vogels entfallen war.

Nach der Christianisierung finden wir im volksmagischen Brauchtum unterschiedliche Quellen mit weiteren Anweisungen, die auf den alten Vorstellungen aufzubauen scheinen:

> Die Wunschelrute muß zu rechter Zeit und von reinen Händen geschnitten sein.
> Es ist eine Haselrute, die heilig ist
> 1589 finden wir bei Hones eine Anleitung über das Halten der Wünschelrute, die auch Schlagroute heißt, weil sie anschlägt.
> Im Sauerland gab es die Anleitung am 6. Januar, dem Tag der Heiligen Drei Könige zu schneiden. Soll die Wünschelrute unterirdische Quellen hervorzaubern, soll die auf Melchior getauft werden.
Seit der Mitte des 16. Jahrhundert findet man Belege über den Gebrauch der Wünschelrute als eine besondere Methode einzelner Bergleute, um unterirdische Wasser- und Mineraladern zu entdecken. Hier taucht erstmalig der Begriff Rutengänger auf.
Eine schriftliche Erwähnung findet sich1550 in Münster und 1556 bei Agricola. Er berichtet, dass bereits zu diesem Zeitpunkt die Methode umstritten und keineswegs allgemein üblich war.